Aktuelles Haltern am See

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Titel
Doppeljubiläum mit Roost-Warendin gefeiert
Einleitung

15. Mai 2023    Nachdem das 50-jährige Jubiläum des Schüleraustausches aufgrund der Pandemie um zwei Jahre verschoben werden musste, bestand nun doppelter Grund zu feiern: Die Städtepartnerschaft mit Roost-Warendin jährt sich in diesem Jahr zum 30. Mal. Mit einem gemeinsamen Festakt und einem vielfältigen Programm haben Realschule und Stadt die langjährigen Bindungen am Wochenende zelebriert.

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Dabei kam es während des offiziellen Festaktes in der Aula der Realschule zu einem emotionalen Moment, als Gilbert Carré auf die Bühne trat. Der Deutschlehrer hat den Schüleraustausch mit seinem Halterner Kollegen Karl-Werner Kock im Jahr 1971 ins Leben gerufen und damit den Grundstein für all das gelegt, was folgte. Von Realschulleiter Frank Cremer bekam er dafür einen Blumenstrauß überreicht. Gilbert Carré nutze den Moment, um sich bei allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie den Eltern für ihr Vertrauen in die Idee zu bedanken. Außerdem brachte er sein Bedauern über das Ableben seines langjährigen Freundes Karl-Werner Kock im Jahr 2019 zum Ausdruck.

Der Schüleraustausch zwischen dem Collège Dr. Schaffner und der Alexander- Lebenstein-Realschule gehört zu den ältesten, schulischen Austauschprogrammen in NRW. Aus ihm ist 1993 die Städtepartnerschaft gewachsen. Alle Redner des Abends hoben die wichtige Funktion des Schüleraustauschs hervor, die er schon immer innehatte und noch immer erfülle. „Der Gedanke von europäischer Völkerverständigung und Zusammengehörigkeit konnte bis heute von fast 4000 Menschen in Haltern am See und Roost-Warendin im eigenen Leben erfahren werden. So entsteht Europa im Kleinen, im Alltag“, führte Realschulleiter Frank Cremer aus. Bürgermeister Andreas Stegemann betonte in seiner Rede, wie wichtig es sei, voneinander zu lernen und einander Wertschätzung entgegenzubringen. Er sei zuversichtlich, dass es auch in den nächsten Jahrzehnten an den Halterner Schulen noch ein engagiertes Kollegium geben wird, das sich über den normalen Dienstbetrieb dafür einsetzt, dass die Schülerinnen und Schüler mit anderen Kulturen und Sprachen in Berührung kommen. Auch er wolle sich weiter dafür stark machen, die Partnerschaft mit Leben zu füllen.

Lionel Courdavault, Bürgermeister von Roost-Warendin, wünschte sich ebenfalls, dass deutsch-französische Freundschaft noch lange anhalte und legte sein Augenmerk dafür auf die nachfolgende Generation: „Mehr denn je liegt die Zukunft unserer Städtepartnerschaft in den Händen der Jugend. Jede neue Generation muss sie leben, schätzen und ihr neuen Wind einhauchen.“

Dass dies zumindest den aktuellen Jahrgängen gelingt, konnten sie während des Festaktes unter Beweis stellen:  Die Schülerinnen und Schüler der Realschule lockerten die Veranstaltung mit Sketchen, Tänzen und Musikeinlagen auf. Unter anderem führten sie den Gästen auf humorvolle Art vor Augen, dass jedes Land seine eigenen Redewendungen hat und, dass dieser Umstand im Austausch durchaus zu Missverständnissen führen kann. Während man in Deutschland zum Beispiel sprichwörtlich einen Frosch im Hals hat, ist es in Frankreich eine Katze. Mit ihren Darbietungen sorgten die verschiedenen Jahrgänge für einen kurzweiligen Abend.

Am Samstag war die französische Delegation um Bürgermeister Lionel Courdavault eingeladen, eine Fahrt mit der neuen Möwe zu unternehmen. Bei blauem Himmel nutzten die Anwesenden die schöne Kulisse, um in Erinnerungen zu schwelgen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es für die Delegation zurück nach Frankreich. Die französischen Austauschschülerinnen und Austauschschüler sind noch bis Mittwoch in der Seestadt zu Gast. Sie sind insgesamt eine Woche hier und arbeiten daran, den Grundstein für die nachfolgenden Jahrzehnte der Partnerschaft zu legen.