Aktuelles Haltern am See

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Titel
Jüdische Familien in und aus Haltern
Einleitung

9. Dezember 2020      Unter der Überschrift „Jüdische Familien in Haltern und aus Haltern“ nähert sich Halterns Stadtarchivar Gregor Husmann mit einer neuen Publikation dem Thema jüdischer Familien. Ihm ist es wichtig, deutlich zu machen, dass während der NS-Herrschaft von den jüdischen Familien Halterns auch Mitglieder aus anderen Städten der näheren und weiteren Umgebung deportiert wurden. „Diese Familien sollten niemals außer Acht gelassen werden“, erklärt der Historiker seinen Anspruch.

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Das 236 Seiten umfassende Werk ist ab sofort für 3,50 Euro in der Stadtagentur erhältlich. Wegen der Pandemieschutzbestimmungen ist das Alte Rathaus grundsätzlich für den Publikumsverkehr geschlossen. Deshalb sollten Interessierte zuvor unter den Telefonnummern 933-365 und -366 anrufen und einen Termin für die Übergabe am Nebeneingang absprechen.

Der neue Band versucht nach den Worten von Gregor Husmann das Auftreten jüdischer Familien in Haltern zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erfassen und ihren Weg über Haltern hinaus als Erinnerungsspur weiter zu lesen. In unzähligen Familien gab es außer Deportation und Ermordung auch Flucht, Auswanderungen und Leben im Untergrund. Dabei verlieren sich die Spuren der Familien, die so auseinandergerissen wurden. Noch heute geht die Spurensuche bei den nachwachsenden Generationen von Überlebenden weiter und ist zum Teil bis heute noch nicht abgeschlossen. 

Daher erhebt auch dieser Band keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte geradezu in Beispielen exemplarisch auf diese Suche aufmerksam machen, bei der jeder selbst auch in Zukunft weiterhelfen kann. „Erst wenn man die Familien in größeren familiären Strukturen denkt, wird die Dimension klar, wie stark die Familien auf verschiedenartige Weise zerrissen wurden“, sagt Husmann. Dazu passt, dass in letzter Zeit Haltern von Mitgliedern verschiedener Familien aus dem Ausland besucht worden ist. Das ist ein entscheidender Beleg für diese weitergehende Suche.

Als erster Besuch bleibt die erste Begegnung mit dem Halterner Ehrenbürger Alexander Lebenstein in Erinnerung, der 1995 von Halterner Schülern und Schülerinnen in die Stadt zurückgeholt wurde und bis zu seinem Tode mehrmals in Haltern war und sich als Zeitzeuge des Holocaust bei den Schulen in unserer Stadt und daheim in den Dienst der Erinnerungsarbeit stellte. Dieser erste Besuch war jetzt im November vor genau 25 Jahren. Auch daran erinnert dieser Band. Bleibendes Zeugnis ist nicht nur die nach ihm benannte Halterner Realschule, sondern auch das Waggon-Mahnmal auf dem Schulhof. Das war ihm sehr wichtig. Außerdem steht es nach wie vor im Zentrum der Erinnerungsarbeit. 

In Alexander Lebensteins Fußstapfen ist auch die Zeitzeugin Eva Weyl aus Amsterdam in Haltern und der weiteren Umgebung getreten. Auch sie entstammt einer jüdischen Familie aus Haltern, die bereits seit dem späten 18. Jahrhundert hier ansässig war. Diese Familie ist mit verschiedenen Mitgliedern nur ein Beispiel für das vielfältige Panorama solcher Familien. Spuren weiterer Familien werden hier aufgenommen, denen in Zukunft im Einzelnen weiter nachgegangen werden kann.

Dazu gehören auch Familien, die bisher aus Halterner Perspektive nicht betrachtet worden sind. Sie hatten bald nach ihrem ersten Auftreten in Haltern ihren Lebensmittelpunkt zunächst in einer benachbarten Stadt und wanderten weiter in andere Städte oder ins Ausland aus.

Das Fazit von Gregor Husmann lautet daher: „Zersplitterte Erinnerungen solcher Familien wieder zusammenzutragen und gleichsam neue Netzwerke zu bilden bleibt eine auch in Zukunft wichtige Aufgabe. Darauf möchte dieser Band aufmerksam machen.“

Zusammen mit Hauptamtsleiter Jürgen Schröder stellte Gregor Husmann das Werk dem neuen Bürgermeister Andreas Stegemann vor. Dieser lobt die Arbeit: „Es wird sehr deutlich, wie vielschichtig das Thema ist. Mir gefällt zudem der zeitliche Zusammenhang, dass an die erste Rückkehr von Alexander Lebenstein aus den USA in seine frühere Heimatstadt vor 25 Jahren gedacht worden ist. Das zeigt einmal mehr, dass wir in Haltern am See stets an diesem Thema weiterarbeiten und uns dieser Verantwortung immer wieder stellen werden. Das sind wir auch den jüngeren Generationen schuldig.“

 



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