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Gruppenfoto an der neuen Lippe-Schleife. Foto: EGLV / Klaus Baumers
Titel
Die Lippe wird noch länger
Einleitung

4. Juni 2019      Die Lippe-Renaturierung „Haus Vogelsang“ ist abgeschlossen. Das Land Nordrhein-Westfalen investiert 13,7 Millionen Euro in die ökologische Entwicklung von Fluss und Aue. Landkarten, die den Bereich Datteln-Ahsen und Olfen abbilden, sind nicht länger aktuell. Der Flussverlauf der Lippe wurde dort auf sechs Kilometern Länge naturnah umgestaltet. 

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Mit Gerhard Odenkirchen, Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium, und Professor Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, feierten die Projektbeteiligten jetzt den Abschluss der Fluss-Renaturierung und Auenentwicklung „Haus Vogelsang“.

Durch das Programm „Lebendige Lippe“, das der Lippeverband im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen umsetzt, ist der Fluss in Datteln und Olfen jetzt um 450 Meter länger. „Die Renaturierung schafft einen wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere, denn das übergeordnete Ziel für unsere Gewässer ist die langfristige Verbesserung und Wiederherstellung von intakten Fluss-Auen-Ökosystemen“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser in Düsseldorf zu der abgeschlossenen Baumaßnahme, die Anfang 2016 startete.

Rund 13,7 Millionen Euro investierte das Land in die ökologische Entwicklung von Fluss und Aue an Haus Vogelsang. Wie bei allen Gewässerentwicklungsmaßnahmen am Landesgewässer Lippe trägt das Land Nordrhein-Westfalen die Kosten zu 100 Prozent. „Das Projekt Haus Vogelsang ist ein Beispiel für eine Vielzahl großer und kleinerer Maßnahmen, die wir als Lippeverband für das Land Nordrhein-Westfalen umsetzen und die alle einem Zweck dienen: Die Lippe soll lebendiger werden. Sie dient nicht mehr in erster Linie der Entwässerung, sie wird zum Erlebens-, Natur- und Bewirtschaftungsraum, zum Mitmachort und verbindenden Element zwischen Kommunen“, bekräftigte Uli Paetzel. Er begrüßt die Investitionen des Landes, mit denen der längste Fluss Nordrhein-Westfalens wieder zu einem naturnahen Gewässer und damit auch zum schönsten Fluss im Bundesland umgestaltet wird.

„Renaturierungsmaßnahmen an den Gewässern machen unsere Region grüner und lebenswerter. Sie fördern die heimische Wirtschaft genauso wie die städtebauliche Entwicklung. Zentraler Punkt ist auch der Tourismus, der maßgeblich von der Flussumgestaltung profitieren wird“, ergänzte Bodo Klimpel, Ratsvorsitzender des Lippeverbandes und Bürgermeister der Stadt Haltern am See.

Im vergangenen Jahr wurde der letzte und größte Baustein des zweiten Projektabschnitts Haus Vogelsang abgeschlossen: Zwischen Haus Rauschenburg und dem so genannten „Hälschen“, wo die Lippe bislang recht gerade verlief, verlängerte das Projektteam den Fluss und gestaltete eine neue Schleife – eine Laufverlängerung, die es bislang in diesem Ausmaß noch nicht an der Lippe gegeben hat.

Den alten Streckenverlauf der Lippe verfüllten Bagger abschließend mit rund 50.000 Kubikmeter Bodenmaterial. So gestalteten Land und Lippeverband den Fluss nach dem Leitbild eines Tieflandflusses naturnah um. „Wir haben in den vergangenen dreieinhalb Jahren die Voraussetzungen für eine Lebendige Lippe geschaffen. Nun sind wir neugierig, wie gut sich der Fluss im Projektgebiet entwickeln wird“, sagte Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand des Lippeverbandes. Im ersten Bauabschnitt hätten Uferschwalben innerhalb kürzester Zeit eine Abbruchkante als Nistplatz genutzt – ein voller Erfolg.

Als Versuchsflächen werten die Planer des Wasserverbandes zwei „Lippe-Strände“, die ausdrücklich nicht als Badeorte dienen. An den sandigen Ufern, die in dieser Form ursprünglich zu einem natürlichen Flachlandfluss gehören, soll die Natur sich ohne menschliche Störung ausweiten. Zehn Jahre lang begleitet ein Monitoring die Entwicklung am Haus Vogelsang. 



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